In der Öffentlichkeit ist angesichts wissenschaftlicher Untersuchungen zum Klimawandel und Artenrückgang eine hohe Besorgnis über den Zustand der Umwelt entstanden. Da viele Veränderungen in den letzten Jahren nun auch erstmals für BürgerInnen unmittelbar durch Hitzephasen, Hochwässer, Bienensterben und die erkennbare Verarmung an Schmetterlingen, Käfern und Wildbienen erlebbar geworden sind, entsteht auch eine breite Forderung nach
konkreten Handlungen.

 

Nunmehr ist neben dem vorrangig emissionsseitigen Aspekt des Klimawandels der strukturelle durch Veränderung von Oberflächen und Wasserrückhalt bewusst geworden. Dieser Aspekt resultiert aus Änderungen in der Landnutzung auf lokaler Ebene in den letzten Jahrzehnten, welche in negativen Auswirkungen auf Landschafts-, Wasser- und Klimahaushalt mündeten. Dies wirkt sich auch auf die Lebensqualität der BürgerInnen aus - technologische und soziale Verbesserungen können die Bedeutung vitaler Naturräume nicht ersetzen.

 

Die Gefahr solcher Tatsachen liegt – ähnlicher wie bei einer unangenehmen ärztlichen Diagnose - darin, dass wir uns in Fatalismus zurückziehen, statt die erforderlichen Schritte zu setzen. Anstelle von Überforderung ist es hilfreich, Verständnis für diese komplexen Systeme zu
entwickeln und parallel zu einer „digitalen Evolution“ eine „ökologische Evolution“ einzuleiten. Beide Prozesse sind vergleichbar, da sie alle Lebensbereiche durchdringen. In diesem Sinn ist der „Öko-Lebensraum St. Georgen an der Gusen“ ein zentraler Baustein in einer zukunftsfähigen Gemeindepolitik, die Verantwortung übernimmt.

 

Projektdokumentation