Regionalwährung „WIR-Stunden“:
Projekt wird (vorerst) nicht mehr weiterverfolgt!

Engagement in der Kommunalpolitik setzt unter anderem die Fähigkeit voraus, Kompromisse zu schließen. Ebenfalls erforderlich ist es, immer wieder auch Neues zu probieren und Experimente zu wagen. Und manchmal muss man auch damit leben, dass etwas „nicht geht“ oder die Zeit einfach noch nicht reif dafür ist.

 

Regionalwährung konnte in St. Georgen nicht ausreichend „verankert“ werden.

Seit dem Jahr 2011 versucht der Verein „Wir Gemeinsam“, durch verschiedene Maßnahmen die Regionalität zu stärken. Schwerpunkte dabei sind / waren die Nachbarschaftshilfe und das Wirtschaftsnetzwerk. Der Gemeinderat hat diese Initiativen unterstützt, die Gemeinde ist selbst dem Wirtschaftsnetzwerk beigetreten und es wurde nach Abstimmung mit den obersten Finanzbehörden der Republik vor einigen Jahren eine Regionalwährung eingeführt: die „WIR-Stunde“.
Mehrere Betriebe machten bei diesem regionalen Projekt mit, in weiterer Folge wurden auch die Vereine eingebunden. Rasch konnte der Beweis dafür erbracht werden, dass das System technisch einwandfrei klappt. Auch der bargeldlose Zahlungsverkehr war nicht kompliziert. Die Regionalwährung hat also über Jahre hinweg reibungslos funktioniert.

Nicht gelungen ist es hingegen, ausreichend viele Gewerbetreibende von den Vorteilen einer regionalen Zusatzwährung zu überzeugen (weniger Abhängigkeit vom globalen Geldsystem) und eine breite Identifikation oder Begeisterung bei der Bevölkerung zu erzeugen. Somit bewegte sich das Projekt seit längerer Zeit nur mehr „am Fleck“, eine große zusätzliche Wertschöpfung konnte nicht erzielt werden. Daher hat der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung einstimmig beschlossen, das „Experiment“ zumindest bis auf Weiteres zu beenden.

 

Ganz einfach: die „Rückabwicklung“ für alle Beteiligten funktioniert wie folgt:

a)    Vereine und Gemeinderats-Fraktionen
Der ursprüngliche Zustand wird wiederhergestellt, indem die überwiesenen und noch nicht verbrauchten „WIR Stunden“ auf Wunsch zurückgenommen / zurückgebucht werden. Stattdessen werden 4222-Gutscheine mit gleichem Wert zur Verfügung gestellt. Dadurch leistet das Projekt einen abschließenden Beitrag zur regionalwirtschaftlichen Idee und Zielsetzung. Die Zuwendungen der Gemeinde werden künftig wieder ausschließlich in Euro ausbezahlt.

b)    Betriebe und Privatpersonen
Die Gemeinde gibt keine WIR-Stunden mehr aus, nimmt aber die Regionalwährung bis Ende des Jahres weiterhin nach den bisherigen Regeln entgegen. Nach Ablauf dieser Frist können nicht verbrauchte Regionalwährungseinheiten dem Sozialfonds der Gemeinde zur Verfügung gestellt werden (natürlich ist das auch vorher schon möglich!).

Diese Vorgangsweise garantiert eine einfache und unbürokratische Stilllegung des Projektes sowie einen Ausstieg ohne finanzielle Belastungen.